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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

Förderkreis Nordost
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„Geld ist ein spannender Anknüpfungspunkt, um über die Welt zu reden.“

„Geld ist ein spannender Anknüpfungspunkt, um über die Welt zu reden.“

OIKO_Foerderkreis_8710_ICv2.jpg31. Oktober 2019

Anna Bündgens bezeichnet sich selbst als „Spätzünderin“, was ihr soziales und politisches Engagement angeht. Lange war ihr Plan, alte Handschriften zu transkribieren und wissenschaftlich aufzubereiten. Im Masterstudium „Interdisziplinäre Mittelalterstudien“ merkte sie, dass ihr die Lebensnähe fehlte und beschloss: „Ich will etwas gesellschaftlich Relevantes machen.“ Ab 2016 arbeitete Anna Bündgens in Münster als Campaignerin und später als Ehrenamts-­Koordinatorin für den Westdeutschen Förderkreis, zog Anfang 2019 nach Berlin und ist dort für „Transparency International Deutschland“ tätig.

DAS GELD

Anna Bündgens: Mich hat als Mitarbeiterin bei Oikocredit besonders interessiert: Woher kommt das Geld? Wer legt sein Geld bei der Genossenschaft an und warum? Das finde ich spannend. Sicher, mich interessiert auch, wer die Partner sind und welche Wirkung die Zusammenarbeit mit Oikocredit für sie hat. Aber die Verknüpfung, die entsteht, wenn man sich fragt, „Was passiert mit meinem Geld bei Oikocredit und was machen eigentlich Banken und Konzerne damit?“, die finde ich stark. Das ist ein spannender Anknüpfungspunkt.

VERÄNDERUNGEN

Anna Bündgens: Im Förderkreis hat sich viel verändert in der Zeit, in der ich dabei war. Wir haben bei der Kampagne „Money Matters Münster“ 2017 Neues ausprobiert: ein eigenes Büro vor Ort; neue Formate wie Theaterworkshops, Tagungen, Kaffee­Tas­ting; die Zusammenarbeit mit neuen Kooperationspartnern wie „Eine Welt Netz NRW“, „Fossil Free“, „Plurale Ökonomik“; Filmabende mit Regisseur*innen und Vertreter*innen von Oikocredit und anschließender Diskussion. Wir sind damit vor allem bei jungen Leuten richtig gut angekommen. Es war nötig, neue Wege in der Bildungs­- und Öffentlichkeitsarbeit zu finden und in den Sozialen Medien präsenter zu werden. Und Spaß macht es auch.

Anna Bündgens ist ehemalige Mitarbeiter des Westdeutschen Förderkreises. Sie weiß, dass die Ehrenamtlichen die Stütze der Förderkreise sind.

EHRENAMT

Anna Bündgens: Das Engagement der Ehrenamtlichen ist die Stütze des Förderkreises. Ehrenamtliche wollen alles über Oikocredit ganz genau wissen, die Kreditvergabe, die soziale Wirkung. Es geht ihnen wirklich um Inhalte, um Themen, sie wollen verstehen. Vor allem aber wollen sie neue Mitglieder gewinnen und über ihre Geldanlage bei Oikocredit sprechen. Der Einsatz am Infostand ist beliebt. Aber bei neuen Veranstal­tungs­Formaten wie Poetry Slams beispielsweise gab es schnell die Sorge, Oikocredit könnte darin untergehen. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was das Problem ist. Vielleicht habe ich aber auch nicht gut genug kommuniziert. Enger Kontakt ist so wichtig. Ich hätte häufiger telefonieren sollen.

NETZWERKE

Anna Bündgens: Mein gesellschaftliches Engagement begann in einem Münsteraner Weltladen. Ich habe mich sofort an der Bildungs­ und Öffentlichkeitsarbeit beteiligt. Ich wusste: Ich will netzwerken. Es gibt eine große Eine­Welt­Szene in Münster. Viele wollen eine gerechtere Welt, es gibt lose Fäden, sich überschneidende Themen. Warum sich zersplittern? Ich finde es logisch, zusammenzuarbeiten.

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