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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Vorstandsbericht für 2017

  1. Mitglieder- und Anteilsentwicklung
    Im letzten Jahr konnten wir an die erfolgreiche Mitgliederentwicklung der Vorjahre anknüpfen und mit 97 Beitritten den höchsten Wert unserer Vereinsgeschichte verzeichnen. Gleichzeitig traten 21 Mitglieder aus, so dass unsere Mitgliederzahl im Jahresverlauf um 76 auf 1.183 Mitglieder zum Jahresende anwuchs. Nach wie vor treten mehr Frauen als Männer oder Paare in den Förderkreis ein. 2017 waren es 45 Frauen, 37 Männer und 15 Paare. Bei den Institutionen reduzierte sich die Zahl der evangelischen Gemeinden um eins durch eine Gemeindefusion. Rund 80 % der neuen Beitritte kamen aus Berlin, 12 % aus Brandenburg.

    Dies entsprach nicht dem strategischen Ziel, auch unsere Verankerung in der Fläche des Förderkreises weiter auszubauen. Erfreulicherweise waren knapp 40 % der neuen Mitglieder jünger als 40 Jahre, gleichzeitig aber auch ein Drittel der Neubeitritte älter als 60 Jahre. Dadurch lag das Durchschnittsalter der neuen Mitglieder in der Summe etwas höher als in den vergangenen Jahren. Der Altersschnitt unserer Mitglieder beträgt derzeit 52,3 Jahre.

    Parallel zur Mitgliederzahl wuchs auch der Anteilsbestand in absoluten Zahlen deutlich an und überschritt 2017 die Marke von 20 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr wurden für rund 3,1 Mio. Euro Anteile neu gezeichnet, dem standen Rückzahlungen in Höhe von rund 740.000 Euro gegenüber. Damit wuchs das vom Förderkreis für seine Mitglieder treuhänderisch gehaltene Anteilskapital um rund 2,3 Mio. Euro auf insgesamt 22.096.140,73 Euro zum Jahresende an.

    2. Oikocredit International
    Zahlen zum Abschluss des Geschäftsjahres 2017 liegen derzeit noch nicht vor. Die Zahlen des dritten Quartals weisen darauf hin, dass das von den Mitgliedern gehaltene Kapital durch weitere Zuflüsse gewachsen ist. Das Wachstum des Zuflusses wird, wie schon für das Jahr 2016 beschrieben, vermutlich auch durch das weiterhin sehr niedrige Zinsniveau an den deutschen und internationalen Kapitalmärkten befördert. Gleichzeitig hat sich die Bilanzsumme, die in Euro angegeben wird, verringert. Dies liegt am derzeit starken Euro, da dadurch Kredite und Beteiligungen in Fremdwährungen geringer bewertet werden.
    Ende des dritten Quartals waren 86 % der Investitionen in Projektpartner als Darlehen vergeben und 14 % als Kapitalbeteiligungen. Bezogen auf verschiedene Sektoren befanden sich 77 % der Investitionen in Unternehmen des inklusiven Finanzwesens und 14 % in der Landwirtschaft. Lateinamerika war mit 49 % nach wie vor die Region, in der die meisten Investitionen von Oikocredit in Projektpartner getätigt waren, gefolgt von Asien mit 24 % und Afrika mit 17 %. Insgesamt verringerte sich die Summe der Investitionen in Projektpartner bis Ende September 2017 auf 935,1 Mio. Euro, ein Rückgang um 112,1 Mio. Euro im Vergleich zu Ende 2016. Dies ist vor allem auf das anhaltend niedrige Zinsniveau und eine verschärfte Wettbewerbssituation in einigen Märkten zurückzuführen. Für 2017 wird daher eine Dividende unter 2 % auf Oikocredit-Anteile prognostiziert. Oikocredit International hat auf diese Entwicklungen reagiert und einen Prozess zur Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie begonnen. Die Strategie soll stärker fokussiert werden mit dem Ziel, die soziale und ökologische Wirkung zu verbessern und gleichzeitig die finanzielle Nachhaltigkeit sicherzustellen. Die Umsetzung der Strategie wird im Jahr 2018 beginnen.
    Im internationalen Vorstand gab es 2017 einige personelle Veränderungen. Hervorzuheben sind die Einstellungen des Geschäftsführers Thos Gieskes und von Laura Pool auf einer neu geschaffenen Position als Direktorin für Risikomanagement.

    3. Oikocredit national
    Die deutschen Förderkreise arbeiten weiterhin zusammen mit der Oikocredit Geschäftsstelle Deutschland (OGD) in verschiedenen Arbeitsgruppen (AGs) wie der AG Marketing und der AG Recht. Hervorzuheben ist bei diesen Aktivitäten die Kampagne GUTES GELD, die von allen Förderkreisen und der OGD mitgetragen und mit der Kreativ-Agentur Ballhaus West aus Berlin umgesetzt wird.
    Beim Oikocredit Winter Meeting 2017 gab es einen Besuch im Kreativ- und Kooperationszentrum "Impact Hub Vienna" (Foto: KH)In der OGD konnten die Kapazitäten für die deutschlandweite Öffentlichkeitsarbeit erweitert werden. Seit Mitte April arbeitet dort Mirja Lehleuter als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit mit Schwerpunkt Online-Kommunikation auf einer halben Stelle.
    Die Oikocredit Stiftung Deutschland konnte bis zum Jahresende rund 172.000 Euro an Zustiftungen verbuchen.
    Das Stiftungskapital wuchs damit auf rund 1,3 Millionen Euro an. Die Stiftung legt ihr Kapital ausschließlich in Oikocredit-Anteilen an. Im Jahr 2017 wurden aus den Erträgen der Stiftung und Spenden rund 71.000 Euro dem Fond zur Unterstützung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Oikocredit-Partner (Capacity Building) und rund 26.000 Euro dem Fond zur Absicherung von Investitionen in lokalen Währungen bereitgestellt. Daneben förderte die Stiftung 2017 das Forum der deutschsprachigen Förderkreise mit 1.000 Euro.


    4. Vorstands- und Gremienarbeit
    Im Januar 2017 traf sich der Vorstand des Förderkreises zu einem ganztätigen Studientag. Im weiteren Jahresverlauf fanden fünf abendliche Vorstandssitzungen statt.
    Wir waren wieder in verschiedenen internationalen und nationalen Gremien von Oikocredit vertreten. Hansjörg Kessler und Karl Hildebrandt nahmen für den Förderkreis am Winter Meeting von Oikocredit in Wien teil. Zudem war der Förderkreis aktiv an der Neuaufstellung der Anlagekriterien für flüssige Mittel und Risikorücklagen bei Oikocredit (Term Investment Policy) beteiligt, inklusive der Ausrichtung einer internationalen Fachtagung dazu in Wien. Vera Kiewitt und Karl Hildebrandt vertraten den Förderkreis auf der Sitzungswoche zur AGM (Jahreshauptversammlung) im Juni in Accra, Ghana.
    Auf den Sitzungen der deutschen AGs war ebenfalls Karl Hildebrandt unser Vertreter, Marcel Langner vertrat den Förderkreis auf den beiden Sitzungen des Beirates der OGD.Ein Höhepunkt 2017: Unsere Mitwirkung am Deutschen Evangelischen Kirchentag. (Foto: KH)
    Ein wichtiger Bestandteil der Vorstandsarbeit im vergangenen Jahr lag in der Besetzung freier Stellen. Mit Manuela Zellmann konnten wir eine neue Mitarbeiterin für die Vereinsbuchhaltung und Unterstützung der Mitgliederverwaltung des Vereines gewinnen. Planmäßig konnten wir zum 1. Juli Katharina Welp als neue Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Förderkreis auf einer halben Stelle einstellen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Bereich der Kommunikation über Soziale Medien, um besonders jüngere Menschen anzusprechen. Sie übernimmt seither auch die Vertretung des Förderkreises in den deutschen AGs zur Öffentlichkeitsarbeit.Gemäß MV-Beschluss von 2017 führte der Förderkreis erstmals eine CO2-Kompensation seiner Flugreisen über den kirchlichen Kompensationsfonds Kima-Kollekte durch.

    5. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
    2017 wollte der Förderkreis in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit seine Ansprache jüngerer Zielgruppen weiter ausbauen. Dies ist mit den Veranstaltungen und Kooperationen des Jahres sowie mit dem Auf- und Ausbau des Social-Media-Bereichs (vor allem auf Instagram und Facebook) im Förderkreis voll gelungen.
    Der Arbeitsbereich wurde in der ersten Jahreshälfte wesentlich mitgetragen durch unsere Projektpraktikantin Caroline Frumert und Michaela Balke als Honorarkraft. Letztere koordinierte unsere Beteiligung am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin, für den etwa ein Tischkicker eines Mikrofinanzkunden aus Bolivien importiert sowie Standmobiliar für den Förderkreis angefertigt wurde. Unser Ehrenamtlicher Günter Wittlinger engagierte sich weiter erfolgreich für Vorträge in Gemeinden und Artikel in Gemeindebriefen.
    "Kolo(ge)nialer Kakao" im Botanischen Garten Potsdam. Zwei weitere Termine gibt es 2018. (Foto: KH)
    Insgesamt war im Jahresverlauf die große Zahl von ca. 30 Ehrenamtlichen aktiv. Ihnen allen sei an dieser Stelle ein besonderer Dank ausgesprochen. Auch durch sie konnte der Förderkreis auf insgesamt 51 Veranstaltungen vertreten sein. 12 davon gehörten explizit in den Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit, wie etwa Seminare an Hochschulen oder mit jungen Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr. 17 richteten sich besonders an die „jüngere Zielgruppe“ (21-40), wie die Veranstaltungen der Reihe „MehrNährWert“.
    Mit der Einführung des Online-Nutzerportals MyOikocredit erhofft sich der Förderkreis einen noch besseren Mitgliederservice und einen Schub für die Attraktivität, sich an Oikocredit neu zu beteiligen.

    6. Ausblick
    Beim Ausblick auf 2018 möchte ich auf zwei Dinge hinweisen. Zum einen gibt es innerhalb von Oikocredit eine intensive Diskussion zur Frage, unter welchen Bedingungen die von den Mitgliedern gehaltenen Anteile als Eigenkapital gewertet werden können. Hierzu bedarf es unter Umständen einer Satzungsänderung. Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen hierzu informieren.
    Zum anderen wurde im Förderkreis mit der Ehrenamtsplattform OIKOnnect eine neue Form der Ansprache junger Menschen geschaffen, die in unserer Region und im weiteren Oikocredit-Netzwerk das Interesse an und das Engagement für Oikocredit weiter beleben soll.

    Lutherstadt Wittenberg, Feb. 2018
    DR. MARCEL LANGNER
    VORSTANDSVORSITZENDER