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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Oikocredit-Blog: Auf Augenhöhe

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Frühere Beiträge (vor Mai 2014) finden Sie auf unserer alten Blog-Plattform.

Sommerausflug nach Brandenburg

OIKOnnect- und Oikocredit radeln durch das Havelland

Hinter uns duftet ein Mirabellenbaum, am Straßenrand liegen eben gefallene Äpfel, links schwirren Bienchen um einen Pflaumenbaum und weiter vorne duften die ersten Birnen... Wir bemerken gar nicht, dass unsere Waden von Brennnesseln gepiekst werden, so sehr erfreuen wir uns an der unerwarteten privaten Obsternte. „Wir“ sind bestens gelaunte Menschen zwischen 11 Wochen und 70 Jahren: OIKOnnect, die junge Plattform des Oikocredit Förderkreises Nordost, hat kurzerhand ihr monatliches Treffen auf den Drahtesel verlegt und andere Mitglieder des Förderkreises zu einem Sommerausflug eingeladen. Und wir befinden uns nicht im Garten von Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, sondern in Brandenburg auf dem Storchenradweg. Dieser führt einmal rund um den Beetzsee und u.a. an der Mosterei Ketzür vorbei, ein lebendiges Modell-Unternehmen für regional faires Wirtschaften. Geschäftsführer Achim Fießinger bewirtete uns schon bei der Mitgliederversammlung des Förderkreises Nordost im April mit leckeren Säften. Heute statten wir der Mosterei auf unserem Sommerausflug einen Besuch ab.

Start ist in Brandenburg an der Havel. Wir rollen über Kopfsteinpflaster und hören aus einem offenen Fenster den treffenden Satz einer Einheimischen: „Da kommt ja ein ganzer Schwarm!“ Beim Radeln sehen wir geschichtsträchtige Bauwerke, KanufahrerInnen und drei Regentropfen. Schließlich verlassen wir urbane Gefilde und blicken in unendliche grüne Weite und – Obstbäume. Ob es nun die verlockenden Früchte oder ein paar Schlenker mangels Orientierung waren – mit einer knappen Stunde Verspätung treffen wir in der Mosterei Ketzür ein und werden dort herzlich begrüßt. Die Atmosphäre (Kinderlachen, eine Vielfalt an Insekten und gelassene Menschen) sorgt für Tiefentspannung bei uns FreizeitsportlerInnen.

Picknick

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und Kuchen werden wir von Streuobstpädagoge und Obstgehölzpfleger Konstantin Schroth durch die Mosterei geführt, der mit viel Wissen rund um die Pomologie aufwartet. Jetzt wissen wir auch, was dieses Fremdwort bedeutet: Es ist die Obstbaukunde, abgeleitet vom Lateinischen pomum = Baumfrucht bzw. Pomona, die Göttin der Gartenfrüchte. In Deutschland gibt es über 2000 Apfelsorten, weltweit über 20.000, wobei einige alte Sorten leider bereits verschwunden sind. Weiterhin erklärt uns unser Obstexperte, dass ein gut gepflegter Apfelbaum etwa 50kg Äpfel abwirft. Daraus lassen sich gute 30 Flaschen Apfelsaft pressen. Die Mosterei Ketzür ist eine Lohnmosterei, d.h. ab einer Menge von 50kg kann man eigenes Obst ankarren und bekommt dann auch eigenen Saft. Außerdem mischt die Mosterei Äpfel mit anderen Obstarten und stellt daraus Säfte her, die im eigenen Hofladen, über Partner wie Eine-Welt-Läden und u.a. auch in Supermärkten vertrieben werden. Zutaten wie die Mangopulpe werden direkt von Fairhandelspartnern aus Indien importiert. Hier schließt sich der Kreis zu den Schwerpunktthemen von Oikocredit wie z.B. Fairer Handel und biodynamische Landwirtschaft.

Saftverkostung

Bei einer Saftverkostung im Hofladen der Mosterei dürfen wir mit allen Sinnen verschiedene Sorten „erschmecken“ und treffen auf kuriose Zusammenstellungen wie Apfel-Gurke-Spinat oder eher klassische Mischungen wie Apfel-Birne oder Apfel-Mango. Und wie kommt der Saft in die Flasche? Zunächst werden die Früchte gewaschen und zerkleinert. Die Saftpresse drückt aus dem gehäckselten Obst den Fruchtsaft heraus, der dann bei ca. 80 Grad pasteurisiert (also haltbar gemacht) und in Flaschen abgefüllt wird. Nur ein Drittel Ertrag davon erzeugen wir beim Selbstversuch mit der Handpresse. Mit vereinten Kräften schaffen wir es immerhin, 13 Flaschen leckeren Apfel-Birnen-Saft zu produzieren. Aber Obacht: Da nicht pasteurisiert, sollte der Saft innerhalb weniger Stunden verzehrt werden.

Saft pressen

Als der Tag sich seinem Ende neigt, wartet noch eine Entspannung auf uns: Am nahe gelegenen Beetzsee ist Zeit zum Schwimmen und für ein vielfältiges Picknick. Wir sitzen zusammen, bringen unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema Alltag, Geld und soziale Verantwortung zusammen und bemerken kaum den Generationenunterschied zwischen uns. Das spricht für eine Wiederholung dieses wunderbaren Ausflugs!

TeilnehmerInnen unseres Sommerausflugs 2018